Neonazis laden zur Sonnenwendfeier
„Bürger wissen, mit wem sie feiern“Kameradschaft 73 Celle verteilt Flugblätter in Eschede/Berg: „totale Verniedlichung“Seit Jahren treffen sich führende Köpfe der Rechtsextremisten aus Norddeutschland zu den Sonnenwendfeiern bei Landwirt Joachim Nahtz in Eschede.
Das viele der Herrschaften wegen diverser Delikte wie Körperverletzungen oder Volksverhetzung einschlägig vorbestraft sind, davon steht in dem Flugblatt, das die Kameradschaft 73 Celle am Wochenende in Eschede verteilte, kein Wort.

ESCHEDE
Im Juni feiert die neonazistische Kameradschaft 73 wieder ihre Sonnenwendfeier bei Landwirt Joachim Nahtz am Rande von Eschede- und alle Einwohner Eschedes sind dazu eingeladen. Das geht aus einem Flugblatt hervor, das Anhänger der Kameradschaft aus Celle und Hermannsburg am Sonnabend flächendeckend im Ort verteilten. „Wie wäre es also, wenn Sie sich, bei der nächsten Sonnenwende im Sommer, einmal selbst auf den Weg machen und sich ein eigenes Bild verschaffen?“, heißt es im Blatt, für das Nahtz presserechtlich verantwortlich zeichnet. Nach der Aktion ließen sich die Verteiler, darunter Dennis Bührig aus Celle und Helge Grotjans aus Wathlingen auf dem Grundstück von Nahtz für den Internet- Auftritt der Kameradschaft 73 ablichten. Doch bei zwei Personen wurde das Gesicht unkenntlich gemacht.
1500 Blätter mit einer Postfachadresse in Nienhagen haben die Neonazis nach eigenen Angaben in Eschede verteilt. Eine „zunehmend negative Berichterstattung der Celleschen Zeitung“ mache es notwendig, mit dem Schreiben den Bürgern ihre Sicht der Dinge vorzustellen, heißt es darin.
Die Sonnenwendfeiern, die die Neonazis als reine Brauchtumsfeier deklarieren, würden nur von einem kleinen Teil der Bevölkerung und der etablierten Politiker sowie der Kirche abgelehnt, glauben die Verfasser.
Bei den Sonnenwendfeiern 2008 hatte es in Eschede Gegendemonstrationen gegeben. Im November hatte sich in Eschede ein Arbeitskreis „Gemeinsam gegen Extremismus“ mit Vertretern aus Kirche, Politik, Schulen und Kindergärten gegründet. Er hatte am 20. Dezember eine erste eigene Veranstaltung am Escheder Bahnhof durchgeführt.
„Eine totale Verniedlichung der Situation“, sagt Eschedes Gemeindedirektor Günther Berg zu dem Flugblatt. „Die Brauchtumsfeuer werden genutzt, um die Ideologie der Rechtsextremisten zu verbreiten.“ natürlich werde sich der Arbeitskreis mit dem Flyer beschäftigen, sagt Berg. Er setze auf verstärkte Aufklärung über die Aktivitäten der sogenannten Kameradschaften. Auch Eschedes Pastor Christoph von Butler sagte: „Über das Flugblatt reden wir beim nächsten Treffen des Arbeitskreises.“
„Das ,Who is Who; der rechtsextremistischen Szene Norddeutschlands trifft sich seit Jahren bei den Sonnenwendfeiern in Eschede. Die Escheder Bürger werden schon wissen mit wem sie feiern wollen“, sagt Gerd Schomburg, Leiter der Polizeiinspektion Celle, zu der im Flugblatt ausgesprochenen Einladung. Der Polizeichef macht klar, dass jeder Escheder Bürger jederzeit zu Nahtz gehen könne. Das Flugblatt der Kameradschaft 73 ziert übrigens eine schwarze Fahne. Die wird in rechtsextremen Kreisen gern verwendet als Ersatz für die Hakenkreuzfahne, deren Zeigen strafbar ist.

Cellesche Zeitung, 03.02.2009
Von Joachim Gries

Kommentar zum Artikel:

Mit diesem Artikel machen die Verantwortlichen noch einmal erschreckend deutlich, wie unerwünscht die deutsche Kultur im eigenen Lande doch geworden ist. Hier werden deutsche Menschen an den Pranger gestellt, weil sie alte Traditionen und Bräuche ihrer Volksart leben.
Unsere Kultur darf man also nicht mehr pflegen? Warum nicht? Diese Frage können wir uns beim besten Willen nicht beantworten, genauso wenig wie wahrscheinlich die meisten anderen Bürgerinnen und Bürger aus Celle und Region auch.

,,Die Sonnenwendfeiern, die die Neonazis als reine Brauchtumsfeier deklarieren, würden nur von einem kleinen Teil der Bevölkerung und der etablierten Politiker sowie der Kirche abgelehnt, glauben die Verfasser”.

Da hat die Cellesche Zeitung ausnahmsweise mal was richtig erkannt. Denn wenn man sich die “Gegendemonstration” der linksradikalen”Antifa” anschaut, so reisten die dunklen Gestalten teilweise aus ganz Norddeutschland an und übertrafen wohl noch nicht einmal die Zahl der Teilnehmer des Brauchtumsfestes. Und das nach monatelanger Mobilisierung! Bei den Teilnehmern der „bürgerlichen“ Mahnwache, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, das ein Großteil einfach nur dort war, „weil sonst in der Gemeinde nichts los ist“!
Wie schon im Flugblatt beschrieben, ist das unsere Sicht der Dinge, und da gibt es nichts zu verniedlichen,verheimlichen oder beschönigen, denn schön sind unsere Sonnenwenden jedes Mal aufs Neue.
Wir möchten uns doch trotz alledem noch einmal bei dem verantwortlichen, Herr Grieß, für den Bericht bedanken, denn „schlechte Presse ist bekanntlich besser als keine“ , und auch diese weckt ein gesteigertes Interesse beim Bürger!

So wie Herr Schomburg schon sagt:
“Die Escheder Bürger werden schon wissen mit wem sie feiern wollen.”

Von Redax, 4. Februar 2009, 00:02 Uhr