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Als Reaktion auf unsere Pressemitteilung zu der Brandstiftung eines 16jährigen am KAV in Celle, sah sich die Polizei offenbar veranlasst gleichfalls mit einer Pressemitteilung zu reagieren. Hier wird behauptet, es gäbe keine „rechtsextremen Tendenzen“ an dem Celler Innenstadtgymnasium Kaiserin-Auguste-Victoria, was die Polizei mithilfe der Schule herausgefunden haben will. Abermals wird hier auf subtile Art und Weise und unter Bezugnahme auf unsere Pressemitteilung versucht, der Kameradschaft 73 Celle eine Mitverantwortung für die Brandstiftung an dem Gymnasium zu unterstellen.

Laut Polizei müsse man sich nicht wundern,

„wenn jemand nur einen Abend vor einer Sachbeschädigung und Brandstiftung einem Jugendlichen zahlreiches Propagandamaterial gibt, was eindeutig auf nationalsozialistische Werbung zielt, wenn er damit aggressive und destruktive Verhaltensweisen auslöst.“

Richtig hingegen ist es, anstatt eine solch haltlose Behauptung in den Raum zu stellen, sich zunächst mit dem Thema „Brandstiftung“ auseinanderzusetzen. Auf der Internetseite psychosoziale-gesundheit.net heißt es unter anderem dazu:

„Bei den Diagnosen stehen an erster Stelle Persönlichkeitsstörungen in fast zwei Drittel aller Fälle. Dabei überwiegen die selbstunsicheren Persönlichkeitsstörungen, und zwar weit vor den antisozialen, paranoiden, den Borderline- und schizoiden Persönlichkeitsstörungen.“

Sicher kann man auch in diesem Fall davon ausgehen, dass eine Persönlichkeitsstörung des Täters vorlag, die der Auslöser der Tat gewesen ist. Die Entwicklung der gesunden und gestörten Persönlichkeit wird aber als Ergebnis komplexer Wechselwirkungen aus Umwelt- und Anlagefaktoren gesehen. Folglich ist die Ursache wohl eher in dem gesellschaftlichen Umfeld oder der Familie zu suchen, nicht aber bei einem Aufkleber, der bereits 40.000 mal verteilt wurde und in keinem einzigen Fall eine Brandstiftung auslöste. Hier versucht die Polizei ganz offensichtlich das jahrzehntelange Versagen der Politik im Umgang mit Jugendlichen auf den Inhalt eines Aufklebers zu reduzieren.
Haltlos ist auch die Behauptung der Polizei, dass kleben eines Aufklebers an einem der Tatorte würde einen Zusammenhang zwischen dem Propagandamaterial und der Tat eindeutig belegen. Hier sei die Polizei nocheinmal daran erinnert, dass Persönlichkeitsstörungen nicht sprichwörtlich „über Nacht“ entstehen. Vielleicht sollte sich die Celler Polizei wieder auf ihre Aufgaben konzentrieren anstatt sich zum willigen Helfer der Politik zu machen und solch haltlose Anschuldigungen künftig  unterlassen.
Verweis zur Meldung der Polizei:http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/59457/1348420/polizeiinspektion_celle

Von Redax, 7. Februar 2009, 02:46 Uhr